Evangelisches und katholisches Gemeindeleben
                                            
Das evangelische Gemeindeleben hatte bis 1967 in dem alten, im Jahre 1858 erbauten, inzwischen aber abgerissenen Schul-und Kapellenhaus seinen Mittelpunkt. Im Jahre 1967 konnte das unterhalb des Friedhofes gelegene neue Gotteshaus bezogen werden. In 5jährigen Haussammlungen wurden rd. 130.000 DM (75.000 €) gespendet. Hier ist darauf hinzuweisen, dass sich, wie beim Neubau der katholischen Kirche, überkonfessionell die gesamte Bevölkerung an den Sammlungen beteiligte. Auch die in Höhe von rd. 200.000 DM (100.000 €) erbrachte Eigenleistung weist auf das starke Engagement der Gemeindemitglieder hin. Dieses gleiche Engagement konnte bei der Erweiterung des evangelischen und der Renovierung des katholischen Gotteshauses in den letzten Jahren verzeichnet werden.

Die vier Glocken in dem separaten Glockenturm sind mit dem Geläut der katholischen Kirche abgestimmt. Im Untergeschoss der Kirche befindet sich der alte Gemeinschaftsraum, der u. a. als Jugendbegegnungsstätte genutzt wird. Im Erdgeschoss befindet sich der neu errichtete Anbau mit Gemeinschaftsraum, Nebenraum und Küche, in dem fast alle Beerdigungsnachfeiern wiederum konfessionsunabhängig, stattfinden. Weiteres evangelisches Gemeindeleben wird in dem 1953 in der Friedhofsstraße errichteten Vereinshaus der evangelisch-landeskirchlichen Gemeinschaft praktiziert.

Das katholische Gemeindeleben fand bis zur Errichtung der Kirche am St. Josef Weg, in den unterschiedlichsten Kapellen und Kapellenschulen statt. Die heutige Kirche wurde oberhalb der damaligen katholischen Schule errichtet. Mit einem großen Spendenaufkommen und einem großen Maß an Eigenleistung wurde der Kirchbau 1957 vollendet. Zum Kirchbau gehört auch ein Jugendraum, der später als Bücherei genutzt wurde. Diese ist nunmehr im 1971 fertig gestellten Zentrum für Jung und Alt. Ein Dorfgemeinschaftshaus, das ebenfalls wieder mit Eigenleistung und Spenden erbaut wurde.

1972 kam in diesem Bereich der dreizügige Kindergarten hinzu. Als eine Erweiterung erforderlich wurde, die an diesem Standort nicht realisiert werden konnte, entstand 1996 der zweite einzügige Kindergarten im Rubertshof.

In einem Artikel zur Wilgersdorfer Chronik wird vermerkt, ,,dass das gute Verhältnis der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde wuchs. Es war für katholische Christen in Wilgersdorf ebenso eine Selbstverständlichkeit, durch Spenden den Neubau der evangelischen Kirche zu unterstützen, wie es vorher für die evangelischen Christen selbstverständlich war, auch für den Neubau der katholischen Kirche Spenden zu leisten."
WILGERSDORF
am Rothaarsteig