Hoch Wilgersdorf!
                                                                                Eberhard Elsner

Wo die KaIteich sich erhebt, am Tor zum Westerwald, des Waldes Pracht nach oben strebt, Hochnebel braut und wallt, wo Wolken fliehen vor dem kalten Wind, vom Felsenhang die Weiß zu Tale rinnt, vor langer Zeit ein Ort entstand, der Wilgersdorf genannt.

Mehr als 600 Jahre sind es her, da Axt und Pflug sich regt, bis Hütten stehen ringsumher, die Rodung Früchte trägt. Und was der Wald ringsum zu bieten weiß, das ringet man ihm ab mit Mut und Fleiß, sein's Beeren, Pilze, Kraut und Holz, dazu manches Wildbret stolz.

Und wenn die Bäume erst gefällt, erscheint der Köhler auch manch' Meiler er am Hang erstellt, bald wirbelt würz'ger Rauch. Im Innern das bedeckte Holz verkohlt, das dann der Goldschmied in die Werkstatt holt, zu schmelzen edeles Metall, begehrt von überall.

Der Kahlschlag bleibt nicht lange leer, die Stöcke schlagen aus, bald grünt und blüht es ringsumher, ein Hauberg wächst daraus. Die schönsten Stämmchen werden ausgewählt. von denen sorgsam man die Rinde schält, zu Gerberlohe dann gebraut, macht Leder sie aus Haut.

So reich von der Natur bedacht ist auch der Erde Sch Man grub so manchen tiefen Schacht zu Erzvorkommen Zinkblende, Bleierz, Eisenstein, Mangan, auch Silber, Kupfer man dem Berg entnahm, für Schmelzer, Gießer, Schmiede dann ihr kunstvoll Werk begann. Was uns die Alten vorgelebt, soll uns Verpflichtu\f1 ng sein. Ihr Streben, schaffen uns erhebt, spornt an uns ungemein. Was auch die neue Zeit uns bringen mag, wir wollen redlich wirken, Tag für Tag, und Stolz und Freude uns vereint, aus Wilgersdorf zu sein!